Vom Atlasgebirge in die Wüste

Eingetragen bei: Expeditionsmobil, Marokko | 4

Unser Vorhaben, Chaang auch mal unter erschwerten Bedingungen zu testen, war mit ein Grund, warum wir nach Marokko gefahren sind.

Auf dem Weg vom Gebirge in die Wüste gab es manchmal kurioses, wie das Schild mit der 3.5m Höhenangabe, wo man schon überlegt, reicht es mit unseren 3.7m oder nicht🤣, aber war alles gut.

Als wir unterwegs bei einer öffentlichen Wasserstelle unsere Tanks aufgefüllt haben, kamen ein paar neugierige Mädchen, vorallem eines von ihnen wollte seine Sprachkentnisse ausprobieren, was sehr lustig war und wir fragten, ob sie ein Photo mit Jacky machen möchten🤗.

Man kann die Kamera fast nicht still halten, es gibt überall wieder Schnappschüsse, die man einfach machen muss.

Als wir bei den Sanddünen von Erg Chebbi ankamen, mussten wir das erste Mal den Luftdruck aus den Reifen reduzieren, mit unserer halbautomatischen Reifendruckregelanlage überhaupt kein Problem. Man stellt zuerst den gewünschten Druck am Gerät ein, schliesst bei jedem Rad den dafür vorgesehenen Schlauch an, wartet bis das Geräusch von entweichender Luft nicht mehr zu hören ist (ca. 5-10 Min) und los geht der Spass im weichen Sand.

Nach 2 Nächten im Erg Chebbi mitten in den Dünen, wo wir die “Grand Dune” noch bezwungen haben😜, ging unsere Fahrt weiter auf einer Piste ca. 260km durch Sanddünen und Gebirge, z.T. mit extrem felsigem Untergrund und eher engen Pisten (zum Glück wenig Verkehr🤣).

Die Strecke haben wir in 3 Tagen gemeistert, wobei wir teilweise nur mit ca. 10km/h unterwegs waren und unser rollendes Zuhause ziemlich durch geschüttelt wurde (Video auf Instagram).

Das schönste sind eigentlich die Uebernachtungsplätze, absolute Ruhe und Nachts einen Sternenhimmel🌠, wie man ihn heute nur noch selten sieht.

Da die Offroadstrecken relativ nahe an der Algerischen Grenze verlaufen, gab es auch einige Checkpoints der Marokkanischen Armee, welche aber immer mit einem Lachen und gute Reise sehr schnell passiert waren.

Nach den Anstrengungen gingen wir in Zagora das erste Mal auf einen Campingplatz, wo man sich sogar Essen bestellen konnte, dass direkt zum Chaang geliefert wurde, was wir natürlich in Anspruch nahmen. Jeden Morgen machte der Besitzer des Platzes, Himi seine Runde und brachte allen frisches Brot zum Frühstück, das nennt man einen Service🤗.

Nach den langen Tagen im Chaang, freuten wir uns auf einen Spaziergang durch Zagora, wo wir uns richtig treiben liessen.

Auf dem Campingplatz haben wir ein belgisches Paar getroffen haben, welches wir von Instagram her kannten. Gemeinsam beschlossen wir, eine weitere Piste welche durch einen Teil der Sahara (Erg Chegaga, die grösste Sandwüste von Marokko) führt, zusammen zu fahren. Es kann immer mal vorkommen, dass man stecken bleibt und dabei ist die Unterstützung von einem zweiten Fahrzeug beruhigend und hilfreich ist.

Es dauerte auch nicht lange und die Besatzung des anderen MAN’s blieb stecken, sie wollten es zuerst mit schaufeln probieren, aber nach einiger Zeit kam ihnen Chaang zu Hilfe und zog sie raus.

 

Dummerweise kam ein Sandsturm auf (der legte den Flugbetrieb auf den Kanaren lahm😜), was es nicht gerade einfacher machte die Piste zu sehen (Video Sandsturm). Die ganze Piste wäre eigentlich ca. 150km gewesen, aber nach 35km mussten wir die Segel streichen, die Piste wurde vom Sturm verweht und es machte keinen Sinn, mit unseren Trucks in die Sanddünen zu fahren, ohne die Piste zu sehen🤨.

Auf dem Rückweg passierte es auch uns, wir fuhren zu wenig schnell eine kleine Düne hoch und schwupps blieben wir im Sand stecken😩. Kim & Jan wollten uns rausziehen, aber beim überfahren der letzten Düne blieben auch sie stecken und dass alles bei heftigem Wind, welcher uns den Sand in alle Löcher trieb.

Nun gut, dass hiess, die Schaufel auspacken, welche wir 2013 in Australien kauften und nie gebraucht haben, kam nun zum Einsatz. Wieder einmal war ich froh, dass wir hinten Luftfederung haben, somit konnte ich den Hinterteil von Chaang etwas anheben und kam besser mit der Schaufel unter die Achse.

Nach ca. 30 Minuten schaufeln, zuerst mit Hilfe von Kim & Jan, die aber dann bei ihrem Fahrzeug anfingen zu schaufeln, da es ja auch festsass, bekam ich Chaang von der Düne runter.

Jetzt hiess es, den anderen MAN frei zu bekommen, der hatte sich ganz schön eingebuddelt, was wiederum bedeutete, dass die Sandbleche zum Einsatz kommen mussten, da er sich trotz mehr Luft ablassen nicht selber befreien konnte.

Es verging bestimmt fast eine Stunde, bis wir die Sandbleche so unter die Räder bekommen haben, dass sie Grip hatten und sich das Phocamobil aus dem Sand befreien konnte.

Nachdem wir alle eine wohlverdiente Dusche genommen hatten, konnten wir den schönen Abend in der Wüste trotz der Anstrengung geniessen.

Am nächsten Tag ging es auf der Nordpiste weiter in Richtung Erg Chegaga (welche normal alle fahren🤣), dies war ein richtiger Spass, es fühlte sich manchmal an, als würde MAN im Sand surfen.

Diese Fahrt war etwas mehr zum geniessen, denn der Sturm legte sich langsam und wir konnten unterwegs auch mal aussteigen (nicht nur zum schaufeln🤪). Es gibt in der Wüste mehr zu sehen als man glaubt, immer wieder kreuzen Dromedare🐪 und wilde Esel unseren Weg. Als wir mal die grossen grünen Flächen näher anschauten, stellte sich heraus, dass es wilder Rucola ist😀.

Ein Teil der Piste befindet sich im Iriqui Nationalpark, benannt nach dem gleichnamigen See, der allerdings mehrheitlich ausgetrocknet ist und nur in der Regenzeit zu einem Feuchtgebiet wird.

Es kann aber trotzdem gefährlich werden, da die Piste einen Teil über den ausgetrockneten See führt und es passiert immer wieder, dass unvorsichtige Trucks, welche die Piste verlassen in ein Wasserloch einsacken, welches nur durch dunkle Flecken ersichtlich ist.

Wir konnten mit unseren aus Thailand mitgebrachten Kugelschreibern 2 kleinen Mädchen, die am Rande des Lac Iriqui leben, eine grosse Freude machen. Als sie anfingen, sich die Hände zu bemalen, hat Jacky noch einen kleinen Schreibblock von Foodland geholt und ihn in zwei Stücke geteilt.

Am letzten Abend in der Wüste konnten wir auch mal ein Lagerfeuer machen und zum Glück hatten wir die Bratwürste noch im Tiefkühler, was zusammen mit dem Couscous welches Jan zubereitet hat und den Bratkartoffeln ein sehr gutes Abendessen ergab.

4 Antworten

  1. Othmar Dreier

    สวัสดีครับ
    Abenteuer pur🥵. Phantastische Aufnahmen. Weiterhin gute Fahrt🙋‍♂️🙋🏻‍♀️

    โชคดี

    Liebe Grüsse
    Othmar + Greti

    • bloggy

      Hallo Greti & Othmar, manchmal sieht es schlimmer aus als es ist😉, wir geniessen es aber schon mit unserem Chaang.

      Liebi Griessli
      Jacky & Hansi

  2. Bruno Schmid

    Tschau zäme,

    extrem interessant. Hoffe Eure Reise könnt Ihr weiterhin geniessen und es geht alles weiterhin gut.

    Lieber Gruss

    Bruno und Ruth

    • bloggy

      Hallo Ruth & Bruno

      Ja das Land hat viele Facetten, ist sehr spannend hier zu reisen.

      Liebi Griessli
      Jacky & Hansi

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